people4people ist eine humanitäre Hilfsorganisation,
aktiv seit 2015 in Frankfurt am Main


unsere VISION

Unsere Vision ist es, Flüchtlingen ein Stück Sicherheit, Heimat und Zukunft zurückzugeben – sie zu unterstützen auf ihrem Weg. In vielen Situationen müssen wir Entscheidungen treffen, handeln oder unsere Meinung äußern. Dabei kommen unsere Motive und Werte zum Ausdruck, jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Die Menschen hinter people4people setzen sich zum Ziel, das Leben, die Gesundheit und die Würde der flüchtenden Menschen in Europa zu schützen. Wir sind bemüht individuelle Lösungen zu finden. Wir betreuen Flüchtlinge in gesundheitlich schweren Situationen, wir unterstützen Familien bei ihrer Zusammenführung. Unterstützen mit Spendenaufrufen und aktiver Hilfe die Versorgung der Flüchtlinge in Griechland und auf der Balkonroute. Um dies zu ermöglichen, können wir auf ein breites Netzwerk engagierter freiwilliger Helfer zurückgreifen, wir sind bemüht schnelle und zielorientierte Hilfe zu leisten. Im Focus steht dabei immer das persönliche Schicksal der Flüchtenden.

Die Mitglieder gehören den unterschiedlichsten Berufsgruppen an: Journalisten, Lehrer, Studenten, Dolmetscher, Schriftsteller, Angestellte. Wir alle arbeiten unentgeltlich und bringen uns mit unseren Fähigkeiten in dieses Netzwerk ein.

„Wir sind viele!“ Das sagen wir Helfer gerne mal, wenn uns die Kraft ausgeht, wenn wir mal wieder einen Rückschlag erlebt haben, wenn wir uns über irgendwelche Absurditäten in der Flüchtlingspolitik aufregen. Aber auch wenn wir es mal wieder über irgendeine absurde Hürde geschafft haben oder wenn ein Kind uns dankbar anlächelt. Und wir sind tatsächlich viele, überall auf der Welt! Wir tun uns zusammen und versuchen zu helfen! Kleinste, aus dem Boden gestampfte Initiativen übernehmen die Arbeit von den großen Organisationen und geben den Geflüchteten ein kleines bisschen Würde zurück; einzelne Menschen fassen sich ein Herz und werden aktiv, in allen Europäischen Ländern gibt es Helfergruppen die sich mit viel Engagement, Zuwendung und Kreativität für die Geflüchteten einsetzen.


Familiennachzug

Das ist ein schwieriges und frustrierendes Thema. Aber: Wenn ihr dran bleibt, Euch nicht abwimmeln lasst, dann gibt es eine Chance. Wir konnten inzwischen verschiedene Familien nach Deutschland holen:

Ammar ist 2015 nach Deuschland gekommen. Über die Türkei, Griechenland, Serbien, Ungarn, Österreich und Deutschland. Er hat – wie viele andere, seine Frau und seine kleine Tochter in Syrien gelassen, um sie – wie Deutschland ja eigentlich per Gesetz verspricht – schnellstmöglich hinterher zu holen. Aus schnellstmöglich wurden eineinhalb – für ihn unerträgliche – Jahre! Auch Souhib aus Aleppo hat seine Famile in Syrien gelassen – seine Frau und seine beiden Kinder, die bei seiner Abreise 6 Monate und eineinhalb Jahre alt waren. Für diese Menschen ist das Wort „Familiennachzug“ nicht einfach nur eine leere Worthülse, jedes Mal, wenn es durch die Presse geistert, bekommen sie Panik, für sie ist die Diskussion darüber wie ein Schlag ins Gesicht.

Ammar und Souhib sind nur zwei von den vielen Männer, die sich ohne Familie auf den Weg nach Deutschland gemacht haben, aber bestimmt nicht, um deutsche Frauen zu belästigen, sondern weil sie gehofft haben, dass sie ihre Familien so schnell wie möglich hinterherholen können, raus aus dem Krieg, der ihnen jeden Tag nichts als Hunger und Angst bringt.

Und was das für ein emotionaler Moment ist, wenn die Familie endlich nachkommt, das hat das ZDF für uns festgehalten: Souhib sieht nach eineinhalb Jahren seine Frau und seine beiden Kinder wieder: „https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/drei-syrer-finden-ein-zuhause-102.html.

Inzwischen wird es – vor allem dank des subsidiären Schutzes – immer schwieriger Familien nachzuholen! Habt ihr Fragen zum Familiennachzug, schickt uns gerne eine Mail.



„Hilfe in Deutschland“

Wenn die Geflüchteten hier in Deutschland angekommen sind, hört die Hilfe natürlich noch lange nicht auf. Wie oft haben wir alle schon um 7 Uhr morgens vor irgendeinem Amt in der Schlange gestanden, in der wir eigentlich nicht stehen müssten; wir haben stundenlang in Warteschleifen gehangen, die uns fast um den Verstand gebracht haben und der Dame, die dann nach gefühlten Tausend anrufen doch mal ans Telefon gegangen ist, um uns mitzuteilen, dass gerade ALLE in „einer Besprechung“ sind, hätten wir gut und gerne den Telefonhörer um die Ohren gehauen, …

Aber: ohne die Unterstützung von uns Helfern, alias Gutmenschen, alias „deutschen Wachhunden“ haben die Geflüchteten hier in Deutschland kaum eine Chance. Und deshalb helfen wir – und glücklicherweise viele andere – wo Hilfe gebraucht wird: bei Behördengängen, mit Zimmern als Übergangslösung, bei Arztbesuchen, bei der Suche nach einem Schulranzen für die Einschulung, … wir versuchen den Menschen das Schwimmen beizubringen, damit sie irgendwann das sichere Ufer verlassen und in der Lage sind alleine für ihre Rechte zu kämpfen! … und das Wunderbare ist, dass wir das am Ende für Freunde tun, für liebgewonnene Menschen, mit denen es einfach wunderbar ist Zeit zu verbringen: Wir kochen gemeinsam, wir lachen gemeinsam und wir weinen gemeinsam! Wenn Ihr rechtliche Fragen habt, schickt uns gerne eine Mail.

Wenn ihr mehr über die Geschichten von Issam, Ammar, Yassin und Souhib erfahren wollt, über die Hochs und Tiefs, über lustige und traurige Erlebnisse, über Krieg und Flucht, und über Grenzen an die wir gegenseitig und bei der deutschen Bürokratie gestoßen sind, dann könnt Ihr gerne das Buch von Kerstin Platsch kaufen: http://www.lehmanns.de/shop/schulbuch-lexikon-woerterbuch/35195765-9783955581763-drei-syrer-an-meinem-esstisch.

Jeden Samstag koche ich mit Ammar, Yassin und Issam arabische Gerichte. In Frankfurt, an meinem Küchentisch. Während wir in den Töpfen rühren, entsteht eine Bindung. Eine Bindung auf unbestimmte Zeit. Die drei Jungs, die alles hinter sich gelassen haben für die Hoffnung auf ein neues Leben, brauchen Zuneigung und Anerkennung. Am Herd lausche ich ihren persönlichen Überlebensgeschichten. Geschichten, bei denen ich im Fernsehen normalerweise umschalten würde. Aber das geht nicht, ich kann die Jungs nicht einfach wieder ausziehen wie ein T-Shirt, das aus der Mode gekommen ist. Während wir Auberginen in Hälften teilen und Knoblauch-Knollen schälen, entsteht eine Verbindung. Plötzlich ist sie da, die Verantwortung für drei Syrer, die keinerlei Bindung mehr haben an ihre Eltern, ihre Familien, ihre Frauen und ihre Kinder, die sie in der Heimat gelassen haben, in der Hoffnung, sie irgendwann einmal wiederzusehen. Für diese drei Männer klingt das Wort „Familiennachzug“ inzwischen wie ein Schlag ins Gesicht. In mir wecken sie einerseits meine positiven Helfer-Emotionen, andererseits saugen sie alle Kraft aus meinen Poren.